Teelexikon


Leinsamen-Tee

(erstellt am: 01.01.2018 - letzte Änderung:01.01.2018 - aufgerufen: 1035 Mal)
Leinsamen-Tee wird aus den Samen des Echten Leins zubereitet. Die krautige, bis zu einem Meter hoch wachsende Pflanze gehört zur Familie der Leingewächse, die aus rund 200 Arten besteht. Ursprünglich stammt die Leinpflanze aus dem Mittelmeerraum, inzwischen wird sie weltweit angebaut. Die Samen (»Lini semen«) stecken in der Fruchtkapsel und werden durch Klopfen oder Dreschen herausgelöst. Zur Verwendung als Leinsamen-Tee und Nahrungsmittel kommen sie als Ganzes, geschrotet oder gequetscht in den Handel.

Traditionelle Kulturpflanze


Die Leinpflanze hat eine uralte Tradition. Schon im alten Ägypten dienten die Fasern der Pflanze zur Herstellung von Leintüchern, mit denen Mumien eingewickelt wurden. Archäologische Funde zeigen, dass die Leinpflanze auch im europäischen Raum bereits vor 10.000 Jahren als Heilpflanze, Lebensmittel sowie zur Fasergewinnung diente.

Im 21. Jahrhundert werden die Fasern der Leinpflanze in der Textilproduktion als ökologisch angebautes Produkt sowie im technischen Bereich verwendet. Zudem werden aus ihnen Leinwände hergestellt. Ferner dient die Leinpflanze als Basis für Linoleum. Der Schwerpunkt liegt auf der Verwendung als Heilpflanze.

Verwendung als Heil- und Nahrungsmittel


Im Lebensmittelbereich werden die Samen der Pflanze als gesunde Zutat für Müsli und Backwaren genutzt. Dazu können Leinsamen auch in größeren Packungseinheiten erworben werden. Bei der Einnahme ganzer oder geschrotener Leinsamen ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten – ansonsten können die Samen vorzeitig quellen und den Durchgang des Rachens oder der Speiseröhre behindern.

Durch den hohen Ölgehalt von 30 bis 50 Prozent sind Leinsamen zur Herstellung von Speiseöl sehr gut geeignet. Im kaltgepressten Leinöl sind die wertvollen Inhaltsstoffe noch vorhanden – im Gegensatz zum dunkleren warmgepressten Öl besitzt es eine helle, goldgelbe Farbe.

Wirkung von Leinsamen-Tee


Leinsamen enthalten sehr viele Ballaststoffe. Dazu zählen die Schleimstoffe innerhalb der Samen und die Samenschalen. Die Schleimstoffe werden im Darm durch Aufquellen freigesetzt. Aufgrund ihrer glitschigen Konsistenz und der Volumenzunahme kommt der Darminhalt in Bewegung. Die abführende Wirkung setzt allerdings nicht sofort ein. Daher ist Leinsamen-Tee weniger als akute Hilfe bei bestehender Verstopfung geeignet, sondern vielmehr ein wirksames Mittel, um die Darmtätigkeit dauerhaft in Schwung zu halten und Verstopfungen vorzubeugen.

Die schleimbildende Eigenschaft von Leinsamen-Tee wirkt sich auf den gesamten Magen-Darm-Trakt positiv aus. Deshalb wird er auch bei Magenschleimhaut- und Darmentzündungen, bei Sodbrennen und beim Reizdarm-Syndrom eingesetzt. Der aufgequollene Schleim der Samen legt sich wie eine Schutzschicht auf die Magen- und Darmschleimhaut und kann bei regelmäßiger Einnahme weiteren Beschwerden vorbeugen. Auch Heiserkeit und Entzündungen im Mundbereich können mit Leinsamen-Tee gelindert werden.

Zusätzlich zur inneren Anwendung kann Leinsamen-Tee äußerlich verwendet werden. Er hilft, entzündete Wunden zu beruhigen und Abszesse, Gerstenkörner und Furunkel zu erweichen. Dazu wird er in Form eines Breiumschlags auf die betreffende Stelle aufgelegt.

Rezepte für Leinsamen-Tee


Nachfolgend findet man einige Rezepte für Leinsamen-Tee.

Grundrezept


Zwei bis drei Teelöffel unzerkleinerte Leinsamen mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergießen. Mindestens zwanzig Minuten quellen lassen, währenddessen hin und wieder umrühren. Abgießen, leicht erwärmen und in kleinen Schlucken trinken.

Leinsamen-Tee gegen Heiserkeit


Drei Esslöffel ganze Leinsamen in eine große Tasse geben und mit warmem Wasser auffüllen. An einem warmen Ort etwa fünf Stunden quellen lassen. Abseihen und mehrmals täglich schluckweise davon trinken und damit gurgeln.

Dieser konzentrierte Tee kann auch bei Magenbeschwerden angewendet werden. Er wirkt am besten, wenn man nach dem Einnehmen einiger Schlucke eine Rollkur durchführt. Dazu legt man sich hin und dreht sich nach jeweils drei Minuten auf die Seite, den Bauch, die andere Seite und schließlich wieder auf den Rücken.

Leinsamen-Tee bei Magen-Darm-Problemen


Hier kommen geschrotete Leinsamen zur Anwendung. Zwei Esslöffel davon über Nacht in einem Viertelliter kaltem Wasser einweichen. Morgens aufkochen und den Schleim durch ein gebündeltes Baumwolltuch in ein Gefäß pressen. Über den Tag verteilt trinken.

Leinsamen-Tee als Auflage zur äußeren Anwendung


Zwei Esslöffel gemahlenen Leinsamen mit einer Tasse Wasser aufkochen. Den nach kurzem Quellen entstandenen Brei in einen Beutel füllen und auf die betroffene Stelle auflegen. Zum Zweck der Erweichung von Furunkeln etc. möglichst warm anwenden, bei Entzündungen vorab etwas abkühlen lassen.

Leinsamen-Tee zur Anwendung bei Mund- und Rachenentzündungen


Für diese Anwendung wird ein Teelöffel ganzer Leinsamen mit dem Mörser zerquetscht. Die Samen mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergießen und eine halbe Stunde quellen lassen. Mit dem entstandenen Sud mehrmals täglich spülen oder gurgeln.

Quellen:





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