Wer Grüntee liebt sollte den Gyokuro lieben. Kein Wunder gilt er doch hier in Deutschland als der höchstwertige japanische grüne Tee. Woher der Gyokuro genau stammt, mit welchem Preis man beim Kauf rechnen muss und wie man dann letztendlich den Gyokuro richtig zubereitet erfährst du hier.

Was ist Gyokuro?

Übersetzt bedeutet Gyokuro „edle Tautropfen“ und dieser Tee wird 21 Tage im Vollschatten gezogen. Man findet auch Tees mit einer Beschattungsdauer von zwei oder zweieinhalb Wochen, die ebenfalls als Gyokuro bezeichnet werden. Dies ist aber sehr fraglich, echte Gyokuros haben eine Beschattungsdauer von mindestens 20 Tage. Dadurch schmeckt diese Teesorte nicht bitter, sondern süß und aromatisch. Deshalb eignet sie sich hervorragend für vielerlei Getränke und Speisen. Am liebsten trinken ihn die Japaner allerdings auf traditionelle Weise und pur. Wegen der hohen Qualität verwenden ihn die Japaner um jemanden zu ehren oder für wichtige Anlässe. Dabei kommt die sehr berühmte „Japanische Teezeremonie“ zum Tragen, deren Rituale genau vorgegeben sind.

Herkunft des Gyokuro

Diese Teesorte wird in Uji, in der Nähe der alten Kaiserstadt Kyoto angebaut. Als Hauptanbaugebiet gilt Shizuoka. Sehr gute Anbaugebiete sind darüber hinaus Mie und Yame. Yame liegt in Fukuoka im Süden von Japan. Mie liegt auf der Hauptinsel Honshu. Da diese Teesorte die beliebteste überhaupt ist und seit Jahren auch in anderen Teilen der Welt viele Anhänger gefunden hat, wird sie auch auf Kyushu und anderen Gebieten in Japan sowie China angebaut. Die klimatischen Verhältnisse spielen eine große Rolle. Das schlägt sich im Geschmack, aber auch im Preis nieder. Aber auch Bio-Gyokuro ist Thema geworden. Das bedeutet, dass dieser grüne Tee rein biologisch angebaut wird. Das beginnt bei der Aussaat und endet mit der Verpackung. Bio-Anbaugebiete für Gyokuro in Japan sind Kagoshima, Makizono und Shibushi.

Für die Grüntee-Sorte Gyokuro werden die Saatsorten Gokoh, Okumidori und Saemidori verwendet. Teepflanzen gelten als immergrüne Sträucher oder Bäume zwischen ein und fünf Metern Höhe. Die Laubblätter sind an den Seiten gezähnt und nach vorne hin keilförmig. Die Sträucher tragen von Oktober bis Februar weiß-rosa Blüten mit gelben Staubblättern.

Die besondere Art der Zucht besteht im Abdecken der jungen Pflanzen im April mit Netzen oder Bambus-, Reisstroh- oder Schilfmatten. Gyokuro, der mit Reisstrohmatten abgedeckt wird wird Hon-Gyokuro genannt. Er ist besonders aromatisch und enthält noch weniger Gerbstoffe. Durch diese Besonderheit steigt der Gehalt an Chlorophyll, weshalb der Tee die besondere grüne Farbe und den süßlichen Geschmack erhält.

Preis

Echter japanischer Gyokuro beginnt pro 100 Gramm in Deutschland bei einem Preis von circa 10 Euro. Der Preis kann nach Qualität bis auf 200 Euro pro 100 Gramm steigen. Japanischer Gyokuro ist die teuerste Grüntee-Sorte der Welt. Die Chinesische kostet nur einen Bruchteil davon. Japanischer Gyokuro ist sehr teuer, besitzt aber die beste Qualität. Deshalb wird Gyokuro auch gerne zu besonderen Anlässen als Geschenk gegeben. Für Japaner in Japan ist diese Grüntee-Sorte sehr teuer, wird daher und wegen der hohen Qualität sehr geschätzt.

Wirkung des Gyokuro

Diese besondere Teesorte verfügt über einen besonders hohen Gehalt an Aminosäure L-Theanin. Darüber hinaus sind wertvolle Mineralstoffe, Vitamine, Fettsäuren und Polyphenole enthalten. Zwar zählt Gyokuro zu den koffeinreichsten Grünen Tees, die Kombination der Wirkstoffe bewirkt allerdings, dass der enthaltene Koffein verträglicher ist. Der hohe Gehalt an Polyphenolen sorgt dafür, dass freie Radikale gehemmt werden. Das wirkt sich positiv auf die Nieren aus, was besonders für Diabetiker (Diabetische Nephropathie) wichtig ist. Langzeitstudien belegen, dass sich die regelmäßige Einnahme des grünen Tees positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Der Verkalkung wird ebenfalls vorgebeugt.

Gyokuro verbessert auf lange Sicht die Gedächtnisleistung, das Denkvermögen sowie die Leistung des vegetativen Nervensystems. Grüner Tee wirkt präventiv gegen Karies eingesetzt und erweitert die Lungenkapazität. Studien haben gezeigt, dass diese Teesorte vorbeugend gegen das Prostatakarzinom eingenommen werden kann. Neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson haben bei präventiver Einnahme dieses Tees weniger Chance. Studien haben gezeigt, dass die Polyphenole die Bildung der auslösenden Amyloidfibrillen unterbunden wird und stattdessen harmlose Polymere entstehen. Gyokuro kurbelt den Stoffwechsel an und hilft so gegen Verstopfung. Dafür eignet sich nach der Ernte gereifter Tee, der über drei bis vier Monate regelmäßig eingenommen wird. Der hohe Anteil an L-Theanin reduziert sowohl physischen als auch physischen Stress.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen gibt es wie bei allen anderen Lebensmitteln auch. Allergiker können aber aufatmen, denn diese gibt es beim Konsum von Gyokuro so gut wie nicht. Wird zu viel konsumiert, kommt es zu einem beschleunigten Herzschlag, Einschlafproblemen, Anstieg der Magensäure und Unruhe. Oxalsäure bewirkt die Bildung von Nierensteinen. Wer dazu neigt, kann Milch in den Tee geben. Diese neutralisiert Calciumoxalat.

Anwendung

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der gewünschten Wirkung. Bei akuten Beschwerden oder Schmerzen sollte die Anwendung nur ein paar Tage dauern. Um eine chronische Krankheit oder die Gedächtnisleistung zu verbessern, bedarf es der regelmäßigen Einnahme des Gyokuro über Wochen und Monate. Zur Vorbeugung empfiehlt sich die ständige Einnahme. Da es sich bei diesem grünen Tee um ein Naturprodukt handelt, tritt der gewünschte Effekt erst nach regelmäßiger und längerer Einnahme ein. Chronische Krankheiten entwickeln sich langsam, deshalb braucht auch die Wirkung einige Zeit bis sie sich entfalten kann. Bei der Vorbeugung kommt es auf den Pegel der Wirkstoffe im Körper an. Dieser benötigt einige Zeit, um sich aufzubauen. Gyokuro hat somit eine äußerst positive Wirkung auf den gesamten Körper!

Zubereitung

Bei der Zubereitung von Gyokuro ist es wichtig, die drei- bis vierfache Menge an Teeblättern zu verwenden als sonst. Die Teeblätter sind durch die Abdeckung während des Wachstums sehr empfindlich. Daher darf dieser Tee nur bei ca. 50 bis 60 Grad Celsius zubereitet werden. Ein Aufguss mit heißem Wasser zerstört den ursprünglichen aromatisch-süßlichen Geschmack. Daher ist es wichtig, die Teetasse vorab heiß auszuspülen. Somit wird verhindert, dass der Tee vorzeitig auskühlt. Der erste Aufguss muss ca. zwei Minuten ziehen, um sein volles Aroma entfalten zu können. Drei Aufgüsse sollten immer genossen werden. Acht Aufgüsse sind möglich. Davon sollte jeder ca. 30 Sekunden ziehen. Eine besondere Art der Zubereitung (Shinobi-Cha bzw. Kooridashi) ist die Zubereitung mit schmelzenden Eiswürfeln im Sommer.