In den asiatischen Ländern zählt der Bambus als Glücksbringer und Symbol für ein langes Leben. Dabei zählt die bis zu 30 Meter hohe Bambuspflanze zu den Gräsern. Ihr hohler Stängel mit markigem Kern und ihren Sprossknoten entlang des Halmes lässt sie zu den Süßgräsern zählen. Die Basis der Bambuspflanze liegt in einem Netz von Rhizomen in der Erde nahe der Oberfläche und sorgt für die Beständigkeit der Neubildung von Bambushalmen in der Fläche. Der Bambus ist in fast allen Erdteilen beheimatet, wo tropisches, subtropisches oder gemäßigtes Klima herrscht. Neben der vielfältigen Nutzung der verholzten Teile der Pflanze als Baumaterial oder zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen finden die jungen Sprosse der Pflanze in der Verwendung als Nahrungsmittel Beachtung. Vor allem dem Bambustee werden viele gesundheitliche Aspekte zugeschrieben. Doch ist dem wirklich so? Nachfolgend erfährt man mehr zum Bambustee.

Was ist Bambustee?

Bambusblättertee, kurz Bambustee, wird aus den jungen frischen Blättern der Bambuspflanze in einem eng begrenzten Zeitraum des Jahres gewonnen. Die Blätter werden von Hand gepflückt, nach der Ernte ohne Zwischenlagerung gereinigt und im Wasserdampf geschmeidig gemacht. Nach der Trocknung erhält der Tee sein nussiges, vollmundiges Aroma durch eine sanfte Röstung.

Viele seiner Wirkstoffe sind temperaturresistent. Er enthält eine Vielzahl von Mineralien und Spurenelementen, wobei Kieselsäure, Kalzium, Kalium, Eisen und Magnesium als die bedeutendsten hervorzuheben sind.

Bambusblätter enthalten kein Koffein aber Fruchtzucker. Dadurch wird er auch gern von Kindern angenommen. Durch seinen milden Geschmack kann er als kühles Getränk oder auch heiß genossen werden. Wer es mag, kann ihn im Sommer auch als Eistee trinken.

Da er über eine eigene Süße verfügt, ist er kalorienarm und für jedermann zu empfehlen. Für Feinschmecker gibt es den Bambusblättertee auch als diverse Mischungen mit Früchten und Kräutern. Bambustee ist Exportware aus Korea oder China.

Wirkung

Die Asiaten schätzen den Tee seit über 1000 Jahren neben seiner beruhigenden Wirkung auch als kräftigendes Mittel für schöne Haut und ein starkes Immunsystem. Bambustee wird eine entgiftende Kraft nachgesagt. Erfahrungen berichten, dass er antibakteriell und entwässernd wirkt. Die 4 % wasserlöslichen Ballaststoffe des Tees unterstützen die gesunde Darmtätigkeit. Sie fördern die Verdauung und sind sowohl hilfreich gegen Verstopfung als auch gegen Durchfall.

Der Bambustee ist in asiatischen Ländern ein beliebtes Hausgetränk. Er löscht den Durst zu jeder Jahreszeit oder wärmt bei Bedarf von innen. Wegen seiner zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffe kann er vorsorglich oder bei bestehenden Beschwerden vielfältig zum Einsatz kommen. Koreanische Studien haben gezeigt, dass sein Reichtum an Polyphenolen gut gegen Krebs- und Kreislauferkrankungen wirkt. So unterstützt er die Vermeidung von Arteriosklerose und Bluthochdruck. Seine Vitalstoffe dienen der Elastizität der Blutgefäße und damit der Entlastung des Herzens. Regelmäßig getrunken kann sich dadurch die Medikamenteneinnahme reduzieren. Da Bambustee entzündungshemmend wirkt, kann er als Tee oder auch als Inhalation bei Atemwegserkrankungen wie Husten und Asthma Beschwerden lindern.

Im Bereich der inneren Organe beugt der Bambustee Entzündungen der Magenschleimhaut vor, aktiviert die für die Entgiftung des Körpers bedeutsame Leberfunktion und wirkt der Bildung einer Fettleber entgegen.

Durch seinen relativ hohen Anteil an Ballaststoffen wird beim Genuss von Bambustee während der Mahlzeiten eine zu schnelle Aufnahme von Kohlenhydraten verhindert, der Blutzuckerspiegel ausgebremst und damit auch die Bauchspeicheldrüse entlastet.

Mit seiner antibakteriellen Wirkung kann Bambustee bei einer Blasenentzündung zum Einsatz kommen. Mit einer Menge von ca. 2 Litern Tee haben Bakterien in der Blase kaum eine Chance.

Bei Menstruationsschmerzen und Schmerzen der Rumpfmuskulatur verhilft der Bambustee zur Entspannung und Schmerzlinderung.

Bambustee ist mit seinem Gehalt an Kalzium eine gute Alternative zu Milch und Milchprodukten, da das Mineral aus einer pflanzlichen Quelle besser verstoffwechselt werden kann.

Mit seinem hohen Anteil an Kieselsäure tut der Bambustee viel Gutes für Haut, Haare und Nägel.

Zubereitung

Die Zubereitung des Bambustees ist simpel. Viele der Wirkstoffe der Bambusblätter sind temperaturunempfindlich, so dass der Tee mit kochendem Wasser zubereitet werden kann.

Für eine Tasse werden 1 bis 2 Teelöffel geschnittene Bambusblätter mit siedendem Wasser aufgegossen. Der Sud kann bis zu 10 Minuten ziehen gelassen werden. Vergleichsweise ist der Bambustee von Natur aus süß. Das macht ein Nachsüßen mit Zucker oder Honig entbehrlich. Er ist heiß oder kalt oder als Eistee ein Genuss.

Bambusblättertee kann auch ein zweites Mal aufgegossen werden.

Ist Bambustee verboten?

In Asien werden Bambusblätter traditionell seit mehr 1000 Jahren als Tee zubereitet. In Europa gelangte er in den 90ziger Jahren als Neuheit auf den Markt. Zu einer EU- Zulassung des Produkts als Nahrungsmittel ist es (noch) nicht gekommen. Das Zulassungsverfahren können sich i.d.R. große Unternehmen leisten. Durch die Herstellung des Bambustees in kleineren Betrieben ist die offizielle Zulassung auf der Strecke geblieben.

Heißt „nicht zugelassen“ auch „verboten“? Nein. Bambustee steht auf keiner Negativliste. Der Verbraucher muss lediglich berücksichtigen, dass er quasi ohne behördlichen „Segen“ ein Produkt erwirbt und auf eigenes Risiko verzehrt. Man findet deshalb bei den für den Bambustee erforderlichen Bambusblätter häufig den Zusatz „Novel-Food-Verordnung“, beispielsweise „(Pflanzenrohstoff gem. Novel - Food Verordnung nicht als Lebensmittel in der EU zugelassen.)“ Unter Novel Food (engl. für neuartige Lebensmittel) fallen dabei alle Lebensmittel, die vor dem Inkrafttreten der Novel-Food-Verordnung im Jahr 1997 innerhalb der EU nicht in nennenswertem Umfang zum Verzehr in den Handel gebracht wurden. Mehr dazu findet man auf der offiziellen EU-Seite (englisch)


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