Direkt übersetzt bedeutet Broken Tee so viel wie „gebrochener Tee“. Normalerweise assoziiert man ja gebrochene, bzw. zerbrochene, Gegenstände mit etwas Kaputtem. Handelt es sich beim Broken Tee also um einen kaputten Tee? Und falls ja, kann man diesen denn überhaupt noch trinken? Die letzte Frage kann man schon einmal klar mit einem „Ja“ beantworten. Was Broken Tee aber nun am Ende wirklich ist, ob es sich dabei um „kaputten Tee“ handelt und wie sich das auf den Geschmack auswirkt, das erfährt man in diesem Artikel.
Was ist Broken Tee?
Strenggenommen könnte man bei Broken Tee tatsächlich von “kaputten Tee” sprechen. Das „gebrochen“ bezieht sich nämlich auf die Teeblätter die beim Broken Tee nicht am Stück (im Gegensatz zum sogenannten Blatt-Tee), sondern viel mehr in viele kleine Stücke vorliegen. Damit zählt sich die Bezeichnung „Broken Tee“ zu den verschiedenen Blattgraden eines Tees.
Beim Broken Tee handelt es sich um maschinell verarbeiteten Tee. Während der Blatt-Tee komplett in Handarbeit behutsam gerollt und verarbeitet wird, kommen beim Broken Tee heutzutage in der Regel Metallplatten zum Einsatz. Diese rollen die frisch geernteten Teeblätter und brechen die Blätter damit in Stücke. Alternativ kann der Broken Tee auch mit der CTC-Methode (Crushing, Tearing, Curling) hergestellt werden.
Nachfolgend der orthodoxe Tee Rolling Prozess:
Verwendung von Broken Tee
Broken Tee findet man vor allem in Teemischungen wieder. Insbesondere auch im klassischen English Breakfast Tee oder im Ostfriesentee.
Broken Tee Blattgrade
Auch beim Broken Tee unterscheidet man noch einmal zwischen verschiedenen Blattgrade, die sich unter anderem auch auf die Qualität und den Geschmack des Broken Tees auswirken. Nachfolgend findet man eine Auflistung der Blattgrade:
- TGF BOP1: Tippy Golden Broken Orange Pekoe 1 - Broken Tee der höchsten Qualität mit dem höchsten Anteil an Blattspitzen.
- GF BOP1: Golden Flowery Broken Orange Pekoe 1 - Anteil an Blattspitzen zu ganzen Blättern ist mehr ausgewogener. Dennoch ein Tee mit hoher Qualität.
- G BOP: Golden Broken Orange Pekoe – Tee zweiter Klasse, mit wenig Blattspitzen.
- F BOP F: Finest Broken Orange Pekoe Flowery (sp) - Es handelt sich hier um den feinsten Broken Orange Pekoe. Der optionale Zusatz (sp) steht für Special.
- F BOP: Flowery Broken Orange Pekoe - Kaum noch Blattspitzen enthalten, demnach etwas weniger Qualität.
- BOP: Broken Orange Pekoe - Hierbei handelt es sich um den Standardgrad bei Broken Tees. Dieser kommt vor allem aus Sri Lanka, Süd-Indien, auf Java und in China.
- FP: Flowery Pekoe - Pekoe hoher Qualität der in Normalfall aus Sri Lanka, Süd-Indien und in einigen Teilen Kenias produziert wird.
- BPS: Broken Pekoe Souchong - Spezielle Bezeichnung für Broken Pekoe aus Assam und Darjeeling. Es handelt sich damit um einen Assam Tee oder Darjeeling Tee.
- BP: Broken Pekoe - Der häufigste Broken. Er kommt aus Indonesien, Sri Lanka und Süd-Indien.
- BT: Broken Tea - Stammt überwiegend aus Sumatra, Sri Lanka und Teilen Süd-Indiens.
Geschmack
Die Daumenregel gilt auch für den Broken Tee: Je kleiner das Blatt, desto kräftiger der gebrühte Tee. Broke Tees zeichnen sich deshalb vor allem durch ihren sehr kräftigen und vollmundigen Geschmack aus. Ihre Farbe ist auch deutlich dunkler, die Ziehzeit verkürzt sich damit auch etwas.
Im Vergleich zu Dust, gilt für den Broken Tee nicht automatisch, dass er von geringerer Qualität als Blatt-Tee ist. Hier kommt es auf weitere Faktoren (Teepflanze, Teegarten, verarbeitende Fabrik etc.) an.