Viele Menschen schwören schon seit Jahren auf den Konsum von Tee. Sei es zum Genuss, als Lifestyle, Kaffeeersatz oder aber um positive pflanzliche Wirkweisen auszunutzen. Letzteres klingt logisch und empfehlenswert, schließlich sind nahezu alle erhältlichen Teesorten Naturprodukte und können mit diversen positiven Effekten aufwarten. So auch der Johannisbeer-Tee. Gerade Schwangere können von potenziellen positiven Auswirkungen der Teesorte profitieren. Was Johannisbeer-Tee ist, welche Wirkung er hat, wie er zubereitet wird und was man während der Schwangerschaft beachten sollte, zeigt dieser Beitrag.

Was ist Johannisbeer-Tee?

Johannisbeer-Tee besteht aus den getrockneten Blättern und Früchten des Johannisbeerstrauchs. Es gibt rote, weiße und schwarze Johannisbeeren. Nahezu ausschließlich wird zur Zubereitung von Tee die Schwarze Johannisbeere verwendet. Diese Frucht (lateinisch: Ribes nigrum) ist annähernd überall in Europa beheimatet und gehört zur Gattung der Stachelbeergewächse. Die Pflanze kann bis zu einer Höhe von 100 bis 150 cm heranwachsen und hat charakteristische schwarze Früchte, sowie ein 3-zackiges Blattwerk.

Üblicherweise werden nur die Blätter für die Zubereitung von Tees verwendet, allerdings finden sich auch Produkte, die getrockneten Beeren enthalten. Johannisbeer-Tee gibt es sowohl als getrocknete Blätter, als unbehandelte bzw. „frische“ Blätter, sowie mittlerweile auch als Teebeutel. Bei letzterem sollte man vor dem Einkauf jedoch darauf achten, dass dieser keine Zusatzstoffe enthält, um einen bestmöglichen natürlichen Genuss zu erhalten. Frische Blätter findet man mitunter sowohl im Handel als auch auf Märkten. Durchaus findet man sie auch in der freien Natur, dabei sollte man sich jedoch sicher sein, dass es sich um die richtige Pflanze handelt. Tee in Form von getrockneten Blättern erhält man in jedem Fachgeschäft, sowie den Apotheken. Selbstverständlich ist er auch im Handel anzutreffen.

Blätter der Schwarze Johannisbeer sind Hauptbestandteil des Tees
Blätter der Schwarze Johannisbeer sind Hauptbestandteil des Tees

Wirkung

Die Schwarze Johannisbeere findet schon seit Jahrhunderten Anwendung in der volkstümlichen Medizin. Aber auch heute gilt sie durch ihr enormes Potenzial als geschätzte Heilpflanze in der Naturheilkunde. Im Vordergrund steht bei der Schwarzen Johannisbeere die Wirkung ihrer vorkommenden Proanthocyanidine. Dieser Naturstoff hat eine antiphlogistische (entzündungshemmende) Wirkung. Daher wird die Schwarze Johannisbeere bevorzugt bei rheumatischen Erkrankungen und Gliederschmerzen eingesetzt. Allerdings bietet sie auch eine hervorragende Unterstützung bei Harnwegsinfekten, sowie grippalen Erkrankungen. Als weiteren positiven Effekt enthält die Beere der Pflanze eine hohe Konzentration an Vitamin C, welche das Immunsystem stärkt. Nebenbei enthält die Schwarze Johannisbeere noch weitere Vitamine und Mineralien wie Eisen und Mangan. Das macht sie zu einem idealen Mineralstoff- und Vitaminspender.

Johannisbeer-Tee in der Schwangerschaft

Grundsätzlich ist der Genuss von Johannisbeer-Tee in der Schwangerschaft unbedenklich. In allen zu hohen Mengen sollte er aber wegen seiner harntreibenden Wirkung nicht getrunken werden. Zwar kann Johannisbeer-Tee unterstützend bei einer Harnwegsinfektion wirken, dies sollte aber nur mit ärztlicher Unterstützung erfolgen. Dafür bringt das moderate Trinken von Johannisbeer-Tee einige positive Effekte für Schwangere mit. Zum einen sorgt der hohe Vitamin-C-Gehalt für ein stärkeres Immunsystem und stärkt damit die körpereigenen Abwehrkräfte. Nebenbei sorgt es für eine höhere Konzentrationsfähigkeit. Die antiphlogistische Kraft der Schwarzen Johannisbeere wirkt mitunter schmerzlindernd bei Rückenschmerzen während der Schwangerschaft und kann daher einen unterstützenden Beitrag leisten. Ein weiterer Vorteil stellt der hohe Eisenanteil dar, schließlich ist der Eisenbedarf während der Schwangerschaft erhöht. Auch ist bekannt, dass die Schwarze Johannisbeere einen positiven Einfluss auf die Haut haben kann, was sich durch eine verbesserte Wundheilung und „jüngere“ Haut zeigt; ideal um „Dehnungsstreifen“ vorzubeugen.

Zubereitung

Bei der Zubereitung muss man zwischen Johannisbeer-Tee in getrockneter und frischer Form unterscheiden.

Bei frischen Blättern gilt es diese zuerst von größerem Stilwerk zu befreien, da diese einen bitteren und nicht wohlschmeckenden Geschmack entfalten. Auch enthalten sie keine nennenswerten Vitamine- oder Mineralstoffe. Danach werden die Blätter, ca. 10-15 Gramm, für knapp 15 Minuten in kochendes Wasser gelegt. Hierbei eignet sich hervorragend ein Topf mit ca. 300ml Wasser, was je nach Größe des Trinkgefäßes eine Menge von ca. 2 Tassen ergibt. Nach dem Brühvorgang sollte der Sud über ein Sieb abgeseiht werden.

Bei getrockneten Blättern empfiehlt sich eine Menge von ca. 2-4 Gramm. Diese werden anschließend mit 150ml kochendem Wasser übergossen und der Tee 5-10 Minuten ziehen gelassen.

Im Allgemeinen wird Johannisbeer-Tee als wohlschmeckend und aromatisch beschrieben. Mitunter kann er jedoch gerade bei frischen Blättern bitter erscheinen, da diese noch vermehrt Gerbstoffe enthalten. Sollte dies der Fall sein, gilt es entweder die Dosierung der Blätter anzupassen oder den Tee mit ein wenig Honig zu versetzen.

Johannisbeer-Tee selber machen

Einen Johannisbeer-Tee selbst zu machen ist denkbar einfach und erfordert weder großartige Vorkenntnisse noch hochwertiges Equipment. Allerdings sollten hierfür nur Blätter verwendet werden, da die Beeren, sollten sie nicht richtig getrocknet sein, schnell verderben. Die frischen Blätter werden für die Zubereitung mit einem Messer klein geschnitten oder aber händisch gehackt.

Für den eigentlichen Trocknungsvorgang eignet sich idealerweise ein Trocknungsautomat/Dörrautomat. Wer diesen nicht zur Hand hat, kann die Blätter allerdings auch in einem handelsüblichen Backofen trocknen. Dafür die Blätter großflächig auf dem Backblech verteilen und den Ofen auf die niedrigste Stufe stellen. Alle 20 Minuten sollten die Blätter nach Möglichkeit bewegt werden. Wichtig ist jedoch, dass die Blätter erst aus dem Ofen genommen werden, wenn sie zu 100 % trocken sind, da sich ansonsten Schimmel bilden kann und der Tee dadurch ungenießbar wird. Eine weitere Variante ist das Auslegen in Obstkisten auf saugfähigem Papier, beispielsweise einer Küchenrolle. Für diese Art der Trocknung braucht man jedoch einen Dachboden oder eine Kammer, sowie einige Tage Geduld. In der Sonne sollte man die Blätter besser nicht trocknen, da sie hierbei ihre wertvollen Inhaltsstoffe verlieren können.

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