Bereits seit Jahrhunderten findet Ingwer Platz in der Naturmedizin. Seien es die Traditionelle Chinesische Medizin oder die indische Naturheilkunde Ayurveda – die Wunderknolle wird auf ihrem Herkunftskontinent als Heilmittel geschätzt. Und auch in Europa ist der Ingwer bereits seit dem 16. Jahrhundert etabliert. So wird er auch hier sowohl wegen seiner gesundheitlichen Vorteile als auch für seinen scharfen-würzigen Geschmack verwendet. Ob nun als täglicher Gesundheitsdrink oder als gezielte Naturmedizin bei verschiedenen Beschwerden, so ist gerade Ingwertee besonders beliebt. Mit ihm werden die Wirkstoffe der Knolle entfaltet und somit ideal aufgenommen werden. Was Ingwertee genau ist, welche Vorteile er hat, wieso man ihn öfter trinken sollte und mehr erfährt man hier.

Was ist Ingwertee?

Ingwertee hat auf dem gesamten asiatischen Kontinent eine jahrhundertelange Tradition. Dementsprechend variieren bis heute auch die Zubereitungsmethoden. Eines haben jedoch alle Arten von Ingwertee gemeinsam: Die Knolle wird in irgendeiner Form mit heißem Wasser gemischt. Und das reicht im Grunde, um von den Vorteilen zu profitieren! In Korea wird Ingwertee beispielsweise durch das Mischen von Ingwersaft und heißem Wasser hergestellt. In anderen Gebieten wird der Ingwer ins Wasser geraspelt oder auch ganz gekocht. Hierzulande erfolgt der Erwerb meistens in Teebeuteln. Diese beinhalten entweder getrocknete Stücke Ingwer, Ingwerpulver oder auch Ingwerextrakt. Zusätzlich finden sich oft andere Wirkstoffe beziehungsweise Geschmacksgeber in Produkten, welche man als "Ingwertee" erwirbt. Dazu zählen beispielsweise Minze, Zitrone, Apfel oder Zimt.

Ingwertee Inhaltsstoffe

Der Grund für die zahlreichen gesundheitsfördernden Wirkungen in Ingwertee liegen natürlich in den Inhaltsstoffen der Knolle. Bei einem Blick auf diese wird schnell ersichtlich, warum sie als Wunderknolle bekannt ist. Vitamin C, Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Phosphor und Natrium sind nur ein kleiner Einblick in die lange Liste. Immerhin soll Ingwer insgesamt rund 150 Inhaltsstoffe aufweisen. Während alle genannten Stoffe zur Gesundheit beitragen und einen hohen Nutzen für den Organismus haben, sind die besonderen Wirkungen des Ingwertees jedoch auf zwei bestimmte Stoffe zurückzuführen: ätherische Öle und Gingerol! Gingerol ist die geschmacksgebende Komponente in der Knolle sowie der Scharfmacher. Der Pflanzenstoff soll somit die Durchblutung fördern, wärmefördernde Wirkungen besitzen und darüber hinaus den Fettstoffwechsel antreiben. So ist Ingwer durch und durch mit wichtigen Nährstoffen gefüllt, von welchen manche ganz spezielle Effekte erzielen.

Ingwerknolle für Ingwertee
Ingwerknolle als Grundlage für den Ingwertee

Vorteile von Ingwertee: Alleskönner zum Abnehmen, Gesundbleiben und Co

Ingwertee soll bei Beschwerden und Bereichen von A bis Z wirken. So ist Ingwertee gerade im Zuge einer Ernährungsumstellung sowie beim Abnehmen beliebt. Die Gingerole in der Wurzel fördern nämlich die Fettverbrennung und helfen somit beim schnelleren Gewichtsverlust. Gleichzeitig regt Ingwertee die Verdauung an, was bei zahlreichen Beschwerden von Vorteil sein kann. Treten beispielsweise Verdauungsbeschwerden auf, kann ein Glas Ingwertee schon reichen. So wirken die ätherischen Öle sowie das Gingerol infolgedessen und regen die Speichelproduktion an. Diese verbessert wiederum die Verdauung, treibt die Magen-Darm-Bewegung an und wirkt auch einem unangenehmen Blähbauch entgegen.

Doch auch unabhängig von Diäten und Co eignet sich das Getränk zur täglichen Einnahme. Denn es fördert die Durchblutung, indem es als natürlicher Blutverdünner agiert. Dies erzielt wiederum eine gesteigerte Zirkulation des Blutes im Körper, wodurch auch Ablagerungen in den Arterien quasi weggespült werden. Im weiteren Sinne kann die regelmäßige Einnahme von Ingwertee also auch das Risiko für Schlaganfälle oder eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel, senken. Auch bei erhöhten Cholesterinspiegel kann Ingwertee helfen, indem er diesen senkt.

Und auch wenn Ingwertee nicht auf dem täglichen Speiseplan steht, so sollte er spätestens bei einer Erkältung getrunken werden. Denn die Gingerole sorgen für eine wärmende, schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung – ideal bei Erkrankungen der Atemwege. Die zahlreichen Antioxidantien in der Knolle tragen zum Rest bei und helfen somit, freie Radikale aufzufangen. Steht einmal eine Reise an und leidet man gewöhnlich unter Reiseübelkeit, darf Ingwertee auch nicht in der Thermoskanne fehlen. Dieser hilft nämlich gegen Übelkeit.

Leiden man außerdem alle Jahre wieder unter Heuschnupfen, gehört Ingwertee unbedingt auf den Speiseplan. Denn die Knolle lindert die Histaminausschüttung, was wiederum zu einer Verminderung der Symptome führt. Die zusätzlichen Wirkungen gegen Erkältungserscheinungen erledigen den Rest.

Nebenwirkungen von Ingwertee

Bei all den positiven Wirkungen von Ingwertee kann es aber auch zu ein paar Nebenwirkungen kommen. Diese sind nicht immer vorhanden, können aber gerade bei empfindlichen Personen zu Unbehagen führen. Die unangenehmen Nebenerscheinungen treten in der Regel aber nicht nach einem Glas Ingwertee auf. Stattdessen kommen sie dann zum Vorschein, wenn eine besonders hohe Menge des Ingwers aufgenommen wurde. In ganz seltenen Fällen wurde außerdem von einer Allergie auf Ingwer berichtet. Zu den häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Ingwertee gehören:

Darüber hinaus sollten bestimmte Personengruppen Ingwertee nur mit Vorsicht genießen. In der Schwangerschaft kann Ingwer frühe Wehen auslösen. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist die Gesprächssuche mit Ihrem Arzt ratsam. Auch wenn Sie blutverdünnende Medikamente nehmen, sollten Sie Ingwertee nur in geringer Dosis zu sich nehmen.

Zubereitung

Bei der Zubereitung von Ingwertee sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Denn es handelt sich nicht nur um einen Gesundheitstee, sondern tatsächlich auch um ein wohlschmeckendes Getränk. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die ideale Wirkung der Knolle in der einfachen Zubereitung mit heißem Wasser erzielt wird. Ebenso können andere Zutaten neben der Knolle aufgegossen werden, welche einerseits zum Geschmack beitragen und andererseits ebenso über gesundheitsfördernde Wirkungen verfügen. Minzblätter, Zitronensaft, getrocknete Äpfel, Kurkuma oder auch Fenchel sind hier ideal. Man kann Ingwertee aber auch zum herzhaften Heißgetränk in der kalten Jahreszeit machen. Hierbei wirken die Stoffe womöglich geringer, jedoch vereinen sie dennoch die gesundheitsfördernde Wirkung mit einem grandiosen Geschmack. Dabei kann Ingwertee mit Schwarztee zubereitet und ebenso mit heißer Milch aufgegossen werden. Ein wenig Zimt und Honig runden diese Ingwertee-Zubereitung ab.

Ingwertee selber machen: so geht es

Um Ingwertee herzustellen, sind Teebeutel und Co eigentlich überflüssig. Denn die Herstellung ist denkbar einfach und die Wirkung durch die Verwendung der frischen Knolle intensiver. Man benötigt:

Für die Zubereitung schneidet man rund einen Zentimeter von der Wurzel ab. Dieses Stück schneidet man nun ungeschält in möglichst dünne Scheiben. So werden die Inhaltsstoffe optimal an das heiße Wasser freigegeben. Für den besten Geschmack und die maximale Wirkung, allerdings auch mit mehr Aufwand verbunden, zerkleiner man die Scheiben so klein, damit man sie durch eine Knoblauchpresse in die Teetasse/Kanne pressen kann. Infolgedessen legt man die feinen Scheiben in eine Teekanne und übergießen sie mit rund 250 Milliliter kochendem Wasser. Anschließend lässt man den Tee rund zehn Minuten ziehen. Nachdem der Tee auf eine angenehme Temperatur heruntergekühlt ist, kann er getrunken werden.

Wenn man keine frische Ingwerwurzel zur Hand hat, kann man alternativ auch einfach Ingwerpulver verwenden. Dieses findet man in der Regel unter den Gewürzen im Supermarkt. Dabei wird ein Teelöffel des Pulvers einfach mit 250 Milliliter heißem Wasser aufgegossen. Das Pulver wird sich jedoch nicht auflösen, was beim Trinken als störend empfunden werden kann. In diesem Fall verwenden man einfach ein Sieb.

Doch Vorsicht! Mehr als fünf Gramm Ingwerpulver sowie mehr als 50 Gramm frischen Ingwer am Tag sollte man nicht verzehren. Ab einer höheren Menge kann es bereits zu Nebenwirkungen kommen.


NATURELEI.de