Bei Schwarzem Tee handelt es sich um fermentierten grünen Tee. Genau genommen oxidiert der grüne Tee. Allerdings hat sich der Begriff Fermentation in der "Teekunde" etabliert, auch wenn keine Enzyme oder Mikroorganismen zum Einsatz kommen. Demnach handelt es sich bei Schwarztee um die Bezeichnung einer Herstellungsvariante des Tees. Vorteil der Fermentation des Tees ist ein durch die Oxidation geringerer Gehalt an Gerbstoffen. Somit ist der schwarze Tee bekömmlicher und milder im Geschmack.

Es gibt viele unterschiedliche Schwarztee-Sorten und Mischungen, die sich in Qualität und Herkunft deutlich unterscheiden. In Deutschland zählt der schwarze Tee zu den am meisten gekauften Teesorten.

Wie wird Schwarztee hergestellt?

Es gibt zwei Herstellungsmethoden für schwarzen Tee. Die orthodoxe Produktion ist die traditionelle und sorgfältige Variante der Herstellung. Bei der CTC-Produktion handelt es sich um die schnellere Herstellungsweise.

Orthodoxe Methode

Bei der orthodoxen Produktion werden die Teeblätter sorgfältig geerntet. Je sorgfältiger die Wahl der Teeblätter ausfällt, umso hochwertiger wird der schwarze Tee. Für einen qualitativ sehr hochwertigen Tee erfolgt die Ernte zwischen Mai und Juni. In dieser Zeit sind die Teeblätter am kräftigsten und der daraus hergestellte Tee besitzt ein langanhaltendes Aroma. Tee, der aus Ernten außerhalb dieses Zeitraums hergestellt wurde, verliert schnell an Aroma und Geschmack.

Die frisch gepflückten Teeblätter kommen zum Welken in Welktröge oder Weidekörbe mit guter Belüftung. Zum Aufbrechen der Zellwände und zur Freisetzung der ätherischen Öle werden die Blätter danach gerollt. Das Rollen übernehmen Maschinen. Hierfür werden die Teeblätter zwischen die Scheiben der Maschinen gelegt, die diese mit rotierenden Bewegungen grob zerreiben. Anschließend erfolgt die Fermentation der Blätter in warmer und feuchter Umgebung. Die Temperatur beträgt gleichmäßig 30 °C. Dadurch entfaltet sich das Aroma und die Öle des Tees. Die Fermentation ist abgeschlossen, wenn die Teeblätter eine kupferrote Färbung angenommen haben und der typische Schwarztee-Geruch entstanden ist. Nach der Fermentation werden Geschmack und Inhaltstoffe des Schwarztees durch Trocknung konserviert. Zum Schluss werden die Teeblätter mithilfe einer Maschine nach Größe sortiert.

CTC-Methode

Bei der CTC-Methode (CTC - Crushing- Tearing-Curling - Zermalmen- zerreißen- rollen) erfolgt keine sorgfältige Wahl beim Pflücken der Teeblätter. Es werden die Knospen der Teepflanzen inklusive Blätter gepflückt. Ein weiterer Unterschied zu der orthodoxen Produktion ist die Verfahrensweise nach dem Welken. Die Blätter nach einmaligem Rollen in CTC-Maschinen gegeben, die die Blätter zunächst zerdrücken, dann zerreißen und anschließend zu kleinen Kugeln rollen. Das Aufbrechen der Zellwände erfolgt auf die Weise schneller und effektiver. Danach werden Blattrippen und Stängel entfernt. Das Trocknen erfolgt per Heißluft. Bei dieser Art der Herstellung entsteht kein hochwertiger Tee. So hergestellte Tees eignen sich bestens für Aufgussbeutel, da die Blattgrade gleichmäßiger und kleiner sind

Welche bekannten Schwarztee-Sorten gibt es?

Der bekannteste Schwarztee ist Assam, der in Indien im Staat Assam angebaut wird. Diese Schwarztee-Sorte ist würzig und kräftig im Geschmack. Bekannt dürfte vielen der Assam Tee auch vom sogenannte Ostfriesentee sein, wo Assam Tee der Hauptbestandteil ist.

Ebenfalls in Indien beheimatet ist der schwarze Tee Darjeeling. Das Anbaugebiet Darjeeling befindet sich in der Umgebung des Himalayas auf 2000 Meter Höhe. Dort herrscht ein mildes Klima, wodurch diese Schwarztee-Sorte einen feinen Geschmack erhält.

Ceylon Schwarztee kommt aus Sri Lanka. Charakteristisch für diese Teesorte ist der kräftige herbe Geschmack mit einem dezenten Zitronenaroma.

Es gibt noch weitere bekannte schwarze Tees wie beispielsweise der Earl Grey und der englische Breakfast-Tea. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um reine Teesorten, sondern um fein aufeinander abgestimmte Mischungen. Der Earl Grey wird noch zusätzlich mit Bergamottöl aromatisiert.

Immer beliebter werden auch die aromatisierten Schwarztee-Sorten (siehe hierzu auch aromatisierter Tee). Hierfür wird der Schwarztee mit Frucht- oder Gewürzaromen verfeinert. Somit entstehen viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen von kräftig, fruchtig bis hin zu würzig und scharf.

Nicht jeder verträgt Koffein. Aus diesem Grund ist auch entkoffeinierte Schwarztee erhältlich. Dieser findet zunehmend immer mehr Liebhaber unter den Teetrinkern.

Welche Wirkung hat schwarzer Tee?

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie Spurenelemente und Vitamine wirkt sich der Tee durchaus positiv auf die Gesundheit aus. Beispielsweise kann er einen zu hohen Cholesterinspiegel sowie einen erhöhten Blutdruck senken. Das enthaltene Koffein belebt und soll die Hirntätigkeit sowie die Konzentrationsfähigkeit steigern. Darüber hinaus werden Herztätigkeit, Kreislauf und Stoffwechsel angeregt. Zudem besitzt der Tee eine antibakterielle und schmerzlindernde Wirkung. Des Weiteren soll das regelmäßige Trinken von schwarzem Tee das Krebsrisiko sowie das Risiko eines Schlaganfalls senken. Allerdings gibt es hier noch keine abschließenden Studien, die das bestätigen.

Allerdings sind die Wirkungen des Schwarzen Tees von der jeweiligen Sorte abhängig.

Welche Nebenwirkungen hat schwarzer Tee?

Auch wenn schwarzer Tee bekömmlicher ist als Kaffee, kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Bei übermäßigem Genuss von schwarzem Tee können Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die beispielsweise zu Verstopfung führen. Darüber hinaus geben die Teeblätter bei zu langer Ziehzeit vermehrt Koffein ab. Die Aufnahme von zu viel Koffein kann beispielsweise zu Schweißausbrüchen, Nervosität und Herzrhythmusstörungen führen.

Werden Medikamente eingenommen, sollte kein Schwarztee getrunken werden. Schwarztee kann Wechselwirkungen hervorrufen und die Wirkung der Medikamente verringern.

Aufgrund der harntreibenden Wirkung des Schwarztees kann es bei übermäßigem Genuss zu Vitamin- und Mineralienmangel kommen, da diese ausgeschwemmt werden. Vermehrter Durst und trockene Haut sind weitere Nebenwirkungen.

Da schwarzer Tee Gerbstoffe enthält, können sich die Zähne auf Dauer verfärben.

Wie wird Schwarztee zubereitet?

Die Menge der Teeblätter für eine Kanne oder Tasse ist von der jeweiligen Sorte abhängig. In der Regel sind zwischen zwei und drei Gramm für eine Tasse und zwischen zehn und fünfzehn Gramm für eine Kanne ausreichend.

Für einen perfekten Aufguss des Tees sollte die Temperatur des Wassers rund 95 °C betragen. Um die wertvollen Inhaltsstoffe des Schwarzen Tees nicht zu zerstören, darf der Tee nicht mit noch kochendem Wasser aufgebrüht werden.

Die ideale Ziehzeit für einen schwarzen Tee sind fünf Minuten. Allerdings kann die Ziehzeit nach Geschmack verlängert oder verkürzt werden. Je länger der Tee zieht, umso ungenießbarer wird er, da mehr Bitterstoffe abgegeben werden. Darüber hinaus geben die Teeblätter durch eine längere Ziehzeit mehr Koffein ab.

Des Weiteren gilt es zu beachten, für jeden weiteren Aufguss frische Teeblätter zu verwenden.

Zum Schluss kann der Schwarztee mit Sahne, Milch oder einer Zitronenscheibe verfeinert werden. Die Zitrone sorgt für Frische im Tee und eignet sich besonders gut für leichte Schwarztee-Sorten. Milch und Sahne hingegen mildern einen kräftigen Teegeschmack etwas ab (siehe hierzu auch Tee mit Milch). Allerdings sollten Zitrone und Milch niemals zeitgleich zum Einsatz kommen. Denn die Säure der Frucht führt zur Gerinnung der Milch. Vor allem in England wird Schwarztee auf diese Weise getrunken.


NATURELEI.de