Wer kennt sie nicht, die ungezählten, fast bis zum Horizont reichenden lila Lavendelfelder im Mittelmeerraum, vor allem im südlichen Frankreich. Aber nicht nur als Zierpflanze mit ihrem betörenden Duft und der wunderschönen Farbe ist der Lavendel sehr beliebt. Da der Lavendeltee eine Vielzahl von heilenden Eigenschaften hat, ist er im Haushalt immer öfter anzutreffen und gilt mittlerweile als bewährtes Hausmittel. Unter anderem auch als Lavendeltee.

Wirkstoffe

Getrocknete Lavendelblüten enthalten zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Drunter befinden sich ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide. Gerade die antiseptisch wirkenden ätherischen Öle, die sich hauptsächlich aus den Substanzen Linalylacetat und Linalool zusammensetzen, sind für heilpflanzliche Anwendungen universell einsetzbar.

Die zahlreichen Inhaltsstoffe haben dementsprechend viele positive Eigenschaften. Lavendelblüten bringen aus medizinischer Sicht vor allem folgende Merkmale mit: antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, schmerzlindernd, krampflösend und durchblutungsfördernd. Ebenso weisen sie speziell für die Psyche eine beruhigende, stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung auf. Folgerichtig gibt es des Weiteren diverse Anwendungsgebiete, bei denen ein Lavendeltee seine Wirkung entfalten kann. Darunter fallen Schlafstörungen, Depression, Verdauungsbeschwerden, Atemwegserkrankungen und Hautunreinheiten. Ferner hilft der Tee auch bei Migräne, Kopfschmerzen, Blähungen und Völlegefühl.

Getrocknete Lavendelblüten für Lavendeltee

Anwendung

Da ein Tee in Bezug auf Wirkstoffe generell viel milder ist als Öl, kann er vorteilhaft für innere Anwendungen verwendet werden. Es wirkt sich sehr positiv auf die oberen Atemwege aus. Um Erkältungen und Schleim im Körper wirksam zu beseitigen oder ganz allgemein zum Schutz vor grippalen Infekten, Schnupfen und Husten wird außerdem empfohlen, den Lavendeltee zu inhalieren. Lavendeltee, der vor dem Schlafengehen getrunken wird, kann den täglichen Stress reduzieren und den Körper auf eine angenehme Nacht vorbereiten.

Um die Verdauungsfunktion in Gang zu bringen, sollte der Tee nach den Mahlzeiten getrunken werden. Bei einer Diät dagegen erfolgt die Aufnahme des Tees vor den Mahlzeiten, um den Appetit zu reduzieren. Über den Tag verteilt sind 2 bis 4 Tassen mit jeweils zwei Teelöffel Lavendelblüten das richtige Maß. Kinder von vier bis zehn Jahren entsprechend weniger (max. ein Teelöffel bzw. 1 Gramm). Zu viel Lavendeltee reizt jedoch die Schleimhaut.

Eine äußere Anwendung mit Lavendeltee ist ebenfalls möglich. Als Anwendungsgebiete sind hier Hautprobleme wie Sonnenbrand oder Juckreiz zu nennen. Lavendel kann in diesen Bereichen sehr wirksam eingesetzt werden. Zudem kann die entspannende Wirkung überdies mit einem gemütlichen Bad genossen werden. Als Zusatz zum Badewasser werden 50 bis 70 Gramm Lavendelblüten in einem Liter heißem Wasser wie bei einem Tee aufgegossen. Wenn der Extrakt etwa 15 Minuten gezogen hat, wird es dem Entspannungsbad hinzugefügt. Die aufsteigenden Dämpfe strahlen ein angenehmes Aroma aus, können Erschöpfungszustände mildern, Kreislaufbeschwerden verringern und einem erholsamen Schlaf zugutekommen. Zudem beweisen die im Lavendeltee vorhandenen heilenden Bestandteile bei eingelegten Kompressen während des Auflegens ihre entzündungshemmende Wirkung. Es muss jedoch auf eine mögliche Reizung der betroffenen Fläche geachtet werden.

Nebenwirkungen

Ein Lavendeltee ist in aller Regel gut verträglich und auch für Schwangere und stillende Frauen geeignet, wenngleich er hier in Maßen zu genießen ist. Eine Überdosierung wirkt sich negativ auf den Magen-Darm-Trakt aus. Obwohl der Tee bei leichteren Magen- und Darmbeschwerden helfen kann, ist bei schwereren Erkrankungen in diesen Bereichen die Einnahme mit einem Arzt oder Apotheker im Vorfeld abzuklären.

Aufgrund seiner ätherischen Öle ist es empfehlenswert, dass Säuglinge und Kleinkinder Lavendel-Tee dennoch meiden. Grundsätzlich gilt für alle Altersgruppen, dass nicht allzu viel Lavendeltee konsumiert werden sollte, da ein übermäßiger Konsum zu Reizungen der Schleimhäute führt und sich evtl. auch eine gewisse Übelkeit bemerkbar einstellen kann.

Lavendeltee selbst herstellen

Wer nicht auf gekaufte Lavendelblüten-Produkte zurückgreifen möchte, der nimmt zum Selbermachen vorzugsweise immer den echten Lavendel (Lavandula angustifolia). Der Tee wird generell aus den Blüten zubereitet, nicht aus den Blättern. Sobald die ersten Blüten zwischen Juni und August beginnen, sich zu öffnen, kann geerntet werden. Dazu werden sie vom Stängel abgestreift und getrocknet. Binnen ein bis zwei Wochen, wenn die Blüten vollständig trocken sind, werden sie zwischen den Fingern zerrieben und können für eine Anwendung zum Einsatz kommen.

Zubereitung des Lavendeltees

Für eine Tasse entnimmt man etwa zwei Teelöffel der getrockneten und zerriebenen Lavendelblüten und gibt sie in ein Tee-Ei oder benutzt einen Teefilter. Das kochende Wasser lässt man am besten vor dem Übergießen der Blüten etwas (auf ca. 80 Grad) abkühlen, da sonst die hitzeempfindlichen ätherischen Öle zu bitter wirken. Nun 8-10 Minuten abgedeckt ziehen lassen und dann abseihen, damit die Reste der Blüten nicht in der Tasse landen. Wenn der Lavendel-Geschmack zu intensiv erscheint, dann spricht nichts dagegen, den Tee mit anderen Sorten, Milch, Honig oder Zitrone zu mischen.

Und jetzt mit dem Lavendeltee ab auf die Couch, entspannen und genießen!


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