Was erstmals komisch klingt, kann wirken!
Die Sommersonne brennt unbarmherzig auf die Haut. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt es fast jeden einmal und die Haut rötet sich, spannt und schmerzt. Während die Apotheke voller After-Sun-Produkte steht, greifen manche Menschen zu einem ungewöhnlichen Hausmittel: Tee. Doch kann das beliebte Heißgetränk wirklich bei Sonnenbrand helfen?
- Was passiert bei einem Sonnenbrand in der Haut?
- Diese Tees helfen bei einem Sonnenbrand
- Richtige Anwendung: So wird Tee zum Hauthelfer
- Wissenschaftliche Erkenntnisse: Was sagt die Forschung?
- Grenzen der „Tee-Therapie“: Wann professionelle Hilfe nötig ist
- Vorbeugen ist besser als heilen
- Fazit: Tee als sanfter Helfer bei Sonnenbrand
- Quellen und Verweise
Was passiert bei einem Sonnenbrand in der Haut?
Ein Sonnenbrand entsteht durch UV-Strahlung, die tief in die Hautschichten eindringt. Die Zellen reagieren mit einer Entzündungsreaktion, ähnlich wie bei einer Verbrennung ersten Grades. Rötungen, Schwellungen und das typische Brennen folgen unweigerlich. Die Haut versucht verzweifelt, den Schaden zu reparieren und neue Zellen zu bilden.
Diese Entzündungsprozesse laufen auf zellulärer Ebene ab. Freie Radikale entstehen, die weitere Schäden verursachen können. Genau hier kommen die Wirkstoffe verschiedener Teesorten ins Spiel.
Diese Tees helfen bei einem Sonnenbrand
Nachfolgend findet man eine Auswahl an Teesorten, die bei einem Sonnenbrand helfen können:
Schwarzer Tee: Der Klassiker mit Tanninen
Schwarzer Tee enthält Tannine. Das sind natürliche Gerbstoffe, die zusammenziehende Eigenschaften besitzen. Diese Substanzen können Entzündungen lindern und die Haut beruhigen. Tannine wirken adstringierend, das bedeutet, sie ziehen die Hautporen zusammen und können dadurch Schwellungen reduzieren.
Ein abgekühlter Schwarztee-Aufguss eignet sich hervorragend für Umschläge. Die Feuchtigkeit spendet zusätzlich Linderung, während die Tannine ihre beruhigende Wirkung entfalten. Viele Menschen berichten von einer spürbaren Verbesserung der Beschwerden.
Wichtig: Der Schwarztee sollte lange ziehen, mindestens 10-15 Minuten, damit sich so viele Gerbstoffe wie möglich aus den Teeblättern lösen können.
Grüner Tee: Die Antioxidantien-Bombe
Grüner Tee gilt als wahres Wundermittel unter den Teesorten. Reich an Polyphenolen und Catechinen, bietet er einen starken antioxidativen Schutz. Diese Wirkstoffe neutralisieren freie Radikale und können so weitere Hautschäden verhindern.
Epigallocatechingallat (EGCG), der Hauptwirkstoff im grünen Tee, besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Studien zeigen, dass EGCG die Hautreparatur fördern und die Regeneration beschleunigen kann. Ein kalter Grüntee-Umschlag wirkt wie ein sanfter Balsam auf gereizte Haut.
Tatsächlich kann grüner Tee auch schon vorbeugend vor einem Sonnenbrand schützen. Auch hier spielen die Antioxidantien eine entscheidende Rolle. Mehr dazu gibt es in Abschnitt zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen und im dort eingebunden Podcast.
Kamillentee: Das beruhigende Elixier
Kamille zählt seit Jahrhunderten zu den bewährtesten Heilpflanzen. Die enthaltenen Flavonoide und ätherischen Öle wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Kamillentee kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.
Bei Sonnenbrand entfaltet Kamillentee seine volle Kraft als kühlender Umschlag. Die beruhigenden Eigenschaften der Kamille können Juckreiz lindern und die Heilung fördern. Viele Dermatologen empfehlen Kamille als natürliche Alternative zu chemischen Produkten.
Pfefferminztee: Kühlung von innen und außen
Pfefferminze bringt eine erfrischende Note in die Sonnenbrand-Behandlung. Das enthaltene Menthol sorgt für einen kühlenden Effekt, der besonders wohltuend wirkt. Pfefferminztee kann sowohl getrunken als auch äußerlich aufgetragen werden.
Die kühlende Wirkung des Menthols täuscht das Nervensystem und kann Schmerzen temporär lindern. Ein Pfefferminztee-Umschlag fühlt sich an wie eine sanfte Brise auf erhitzter Haut.
Richtige Anwendung: So wird Tee zum Hauthelfer
Die Anwendung von Tee bei Sonnenbrand erfordert einige Grundregeln:
- Vorbereitung des Tees: Der Tee sollte stärker als gewöhnlich aufgebrüht werden, da höhere Wirkstoffkonzentrationen erwünscht sind. Nach dem Aufbrühen muss der Tee vollständig abkühlen. Warme oder heiße Anwendungen würden die bereits gereizte Haut zusätzlich belasten.
- Anwendung als Umschlag: Saubere Tücher oder Kompressen werden in den kalten Tee getaucht und sanft auf die betroffenen Hautstellen gelegt. Die Anwendung sollte 15-20 Minuten dauern und kann mehrmals täglich wiederholt werden.
- Zusätzliche Tipps: Teebeutel können direkt auf kleinere Hautstellen aufgelegt werden. Wichtig ist, dass der Tee keine Zusätze wie Zucker oder Milch enthält, die die Haut reizen könnten.
Wissenschaftliche Erkenntnisse: Was sagt die Forschung?
Verschiedene Studien haben die Wirksamkeit von Tee-Inhaltsstoffen bei Hautproblemen untersucht. Polyphenole haben antioxidative, entzündungshemmende und antineoplastische Eigenschaften, und wachsende Evidenz deutet darauf hin, dass Polyphenole zur Vorbeugung von Sonnenbränden eingesetzt werden können, da sie die schädlichen Auswirkungen von UV-A- und UV-B-Strahlung auf die Haut verringern. 1, 2
Sowohl Human- als auch Tierstudien mit Grüntee-Polyphenol-Präparaten haben signifikante Schutzwirkungen gegen UV-induzierte Hautschäden und Immunsuppression gezeigt. Forschungsergebnisse zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von Grüntee-Polyphenolen UVB-strahlungsinduzierte Hautschäden reduziert, indem sie multiple Signalwege anspricht, einschließlich DNA-Schäden, DNA-Reparatur, Immunsuppression und Entzündung. 3
Der nachfolgende AI-generierte Podcast geht auf verschiedene Studienergebnisse ein und fasst noch einmal ganz gut zusammen, wie Tee (insbesondere grüne Tee) bei einem Sonnenbrand helfen kann.
Grenzen der „Tee-Therapie“: Wann professionelle Hilfe nötig ist
Tee kann bei leichten bis mittelschweren Sonnenbränden Linderung verschaffen. Bei schweren Verbrennungen mit Blasenbildung, Fieber oder starken Schmerzen ist jedoch medizinische Hilfe erforderlich. Tee ersetzt keine professionelle Behandlung, sondern ergänzt sie höchstens.
Allergische Reaktionen auf bestimmte Teesorten sind möglich. Vor der ersten Anwendung sollte die Verträglichkeit an einer kleinen Hautstelle getestet werden.
Vorbeugen ist besser als heilen
Die beste Sonnenbrand-Behandlung ist die Vorbeugung. Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor, das Meiden der Mittagssonne und angemessene Kleidung schützen die Haut effektiv.
Wer trotz aller Vorsicht einen Sonnenbrand erleidet, kann mit Tee-Anwendungen eine natürliche und schonende Linderung finden. Die verschiedenen Teesorten bieten unterschiedliche Wirkstoffe, die gemeinsam die Heilung fördern können. Gegen einen Sonnenbrand kann allerdings auch Tee nicht helfen.
Fazit: Tee als sanfter Helfer bei Sonnenbrand
Tee kann tatsächlich bei Sonnenbrand helfen – allerdings nur bedingt und mit realistischen Erwartungen. Die enthaltenen Wirkstoffe wie Tannine, Polyphenole und ätherische Öle besitzen nachweislich entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften. Besonders schwarzer Tee, grüner Tee und Kamillentee haben sich in der Anwendung bewährt.
Die Behandlung mit Tee ist kostengünstig, natürlich und nebenwirkungsarm. Sie kann die Beschwerden lindern und die Heilung unterstützen, ersetzt aber bei schweren Verbrennungen nicht den Gang zum Arzt oder gar die Verwendung von speziellen Mitteln gegen Sonnenbrand. Wie bei vielen Hausmitteln gilt: Ausprobieren schadet nicht, Wunder sollten jedoch nicht erwartet werden.
Die Natur hält viele Schätze bereit – manchmal verstecken sie sich in der alltäglichen Teetasse. Ein Blick in den Küchenschrank kann sich also durchaus lohnen, wenn die Sonne einmal zu intensiv war.
Quellen und Verweise
- 1 Saric, S., & Sivamani, R. K. (2016). Polyphenols and sunburn. International journal of molecular sciences, 17(9), 1521.
- 2 Kansal, V., Agarwal, A., Harbour, A., Farooqi, H., Singh, V. K., & Prasad, R. (2022). Regular intake of green tea polyphenols suppresses the development of nonmelanoma skin cancer through miR-29-mediated epigenetic modifications. Journal of Clinical Medicine, 11(2), 398.
- 3 OyetakinWhite, P., Tribout, H., & Baron, E. (2012). Protective mechanisms of green tea polyphenols in skin. Oxidative medicine and cellular longevity, 2012(1), 560682.
- Kim, S. H., Kim, S. R., Lee, H. J., Lee, J. H., Kim, Y. J., Kim, J. C., ... & Jo, S. K. (2005). The effect of green tea on ultraviolet B-induced sunburn cell production in the skin of hairless mouse. Korean Journal of Veterinary Research, 45(1), 1-6.
- Svobodová, A., Psotová, J., & Walterová, D. (2003). Natural phenolics in the prevention of UV-induced skin damage. A review. Biomed Pap Med Fac Univ Palacky Olomouc Czech Repub, 147(2), 137-145.
- Guo, Q., Zhao, B., Li, M., Shen, S., & Xin, W. (1996). Studies on protective mechanisms of four components of green tea polyphenols against lipid peroxidation in synaptosomes. Biochimica et Biophysica Acta (BBA)-Lipids and Lipid Metabolism, 1304(3), 210-222.
- Gilchrest, B. A., Soter, N. A., Stoff, J. S., & Mihm Jr, M. C. (1981). The human sunburn reaction: histologic and biochemical studies. Journal of the American Academy of Dermatology, 5(4), 411-422.