Wer es wirklich sehr eilig hat, der greift zum Flugtee. Viel schneller bekommt man den gepflückten Tee wohl nicht in die heimische Tasse, außer man wohnt direkt gegenüber der Teeplantage. Wie der Name schon sagt, wird der Tee extra eingeflogen. Warum Flugtee aber darüber hinaus auch ganz besonders ist und was ihn auszeichnet, das erfährt man nachfolgend.

Was ist Flugtee?

Flugtee direkt von der Teeplantage

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einem Flugtee um einen Tee der direkt nach der Ernte (siehe First Flush Tee) eingeflogen wird. In der Regel handelt es sich dabei um besonders hochwertige Tees, bei denen insbesondere die Frische wichtig für den Geschmack ist.

Inzwischen werden die verschiedensten Teesorten eingeflogen, bekannt war aber lange Zeit vor allem der Darjeeling Flugtee. Heutzutage bekommt man aber auch Grünen Tee aus Japan als Flugtee, z.B. Gyokuro oder Kabusecha. Bei japanischen Flugtee wird man häufig auch auf die Bezeichnung Shincha (jap. 新茶, neuer Tee) stoßen, darunter versteht man die Vorernte eines Jahres (nicht zu verwechseln mit Ichibancha, das First Flush Tee entspricht). Shincha besteht damit nur aus den jüngsten und feinsten Teeblätter und ist dementsprechend heißbegehrt. Geerntet wird Shincha meist Ende April. Die traditionelle Pflückung sieht hingegen vor, dass sie in der 88. Nacht (hachijuu-hachi-ya) nach dem Frühlingsbeginn (laut chinesischem Kalender der 4. Februar) beginnt, was dem 2. bis 3. Mai entspricht.

Flugtee beschränkt sich auch nicht mehr nur noch auf den First Flush, auch Second Flush (zweite Ernteperiode) kann per Flugzeug geliefert werden, auch wenn das nicht mehr der eigentlichen Idee entspricht.

Geschmack

Geschmacklich kommt wohl kein Tee an die Frische des Flugtees. Durch die kurze Zeit während des Erntens und des Aufgießens verliert der Tee so gut wie an kein Aroma. Ein Darjeeling der beispielsweise als Flugtee zu uns kommt, wird als spritzig, zart-blumig, etwas süß und als hocharomatisch charakterisiert.

Vorteile und Nachteile des Flugtees

Der Flugtee ist tatsächlich nicht unumstritten. Neben einigen Vorteilen gibt es genauso Nachteile dieses speziellen Tees. Nachfologend findet man eine Übersicht dazu:

Vorteile

Im Vergleich zu einem Transport über den Seeweg hat der Flugtee folgende Vorteile:

Nachteile

Dagegen stehen folgende Nachteile des Flugtees:

Dem negativen Image des Flugtees, das ihm vor allem durch die höhere Umweltbelastung assoziiert wird, sind sich die Teehändler durchaus bewusst. So greifen einige das Thema proaktiv auf, wie beispielsweise TeeGschwender die zur Kompensation des eingeflogenen Tees sich an einem neuartigen Wiederaufforstungsprojekt des NABUs beteiligen. Alle Flüge, die das Unternehmen im Jahr zum Warentransport aufwenden, werden gesammelt, anhand der Tee-Menge und geflogenen Kilometer die Menge CO2 berechnet und anschließend in Kooperation mit dem NABU kompensiert.

Unter anderem in ihrem Newsletter vom 21.06.2026 informiert TeeGschwneder über die CO2-Kompensation bei ihrem Flugtee. Angepriesen wurden dort beispielsweise der Flugtee Nepal SFTGFOP1 Sunderpani First Flush Bio oder der Darjeeling FTGFOP1 First Flush Soom.
Unter anderem in ihrem Newsletter vom 21.06.2026 informiert TeeGschwneder über die CO2-Kompensation bei ihrem Flugtee. Angepriesen wurden dort beispielsweise der Flugtee Nepal SFTGFOP1 Sunderpani First Flush Bio oder der Darjeeling FTGFOP1 First Flush Soom.

Alternativen zum Flugtee

Der Glanz der alten Teestraßen ist schon lange verloschen und als Karawanentee mit Pferd oder Kamel kommt der Tee zu uns inzwischen auch nicht mehr. Dennoch gibt es natürlich Alternativen zum Flugtee. Ein großer Teil des Tees kommt immer noch über den Seeweg zu uns nach Hause. Statt wendige Teeklipper kommen hier aber inzwischen riesige Containerschiffe zum Einsatz, in denen der Tee wasserdicht verpackt ist. Vergleichsweise kleinere Mengen finden den Weg über die Bahn oder den Lkw den Weg nach Deutschland.