Mate-Tee ist heute fast überall auf der Welt zu bekommen und die Zahl der Liebhaber dieses Getränkes wächst. Ursprünglich kommt Mate-Tee aus Südamerika, besonders aus Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Chile und Bolivien. Es besteht aus den getrockneten Blättern des dort heimischen Matestrauches. Dieser Strauch ist eigentlich eher ein Baum, der bis zu 20 Metern hoch werden kann, wenn er nicht auf Plantagen durch Rückschnitt kürzer gehalten wird. Er gehört zur Gattung der Stechpalmen-Gewächse, ist immergrün und wächst wild in den südamerikanischen Urwäldern und auf den Hochebenen zwischen dem Rio Paraná, dem Rio Uruguay und dem Rio Paraguay. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird er auch auf Plantagen angebaut und nur noch etwa die Hälfte der Mate-Ernte stammt von wildwachsenden Mate-Sträuchern.

Geschichte des Mate-Tees

Schon die südamerikanischen Ureinwohner haben Mate-Tee getrunken und kannten seine besondere Wirkung. Auch der Name Mate stammt aus der Sprache der Quechua-Indianer. Bei ihnen wurde das Gefäß, aus dem das Aufgussgetränk getrunken wurde, Mati genannt. Ende des 16.Jahrhunderts hörte der spanische Abenteurer und Gründer von Buenos Aires, Pedro de Mendoza, von seinen Leuten erstmals etwas über das Getränk, mit dem die Indios Schwäche, Müdigkeit und Hunger bekämpften. Und als 50 Jahre später die Jesuiten das Gebiet des heutigen Paraguay besiedelten, begannen sie damit, Matesträucher gezielt anzubauen und Mate-Tee herzustellen. Bis zu ihrer Vertreibung im 18. Jahrhundert hatten sie das Monopol der Mate-Tee-Produktion. Im 19. Jahrhundert war besonders der brasilianische Bundesstaat Paraná das Zentrum der Mate-Tee Produktion. Häfen, Eisenbahn-Linien, Straßen und ganze Städte wurden gebaut, um Mate in großem Stil zu produzieren und zu vermarkten. Heute liegt die Jahresproduktion von Mate Tee in Südamerika bei etwa 350.000 Tonnen.

Getrunken wird Mate traditionell aus einer Kalebasse mit einer Bombilla (Trinkrohr) darin. Eine Kalebasse ist ein Trinkgefäß, das ursprünglich aus der ausgehöhlten und getrockneten Hülle des Flaschenkürbisses, der Kalebasse, hergestellt wird. Heutzutage gibt es aber auch Kalebassen aus Keramik oder aus Edelstahl.

Herstellung

Kleinere Äste und Blätter des Mate-Baumes werden im Winter vom Baum geschlagen und in großen Trommeln aus Draht über einem Feuer getrocknet. Durch den Rauch des Feuers bekommt Mate den typisch rauchigen Geschmack. Man kann ihn aber auch ohne Feuer natürlich trocknen, das ergibt dann den grünen Mate-Tee. Anschließend werden die Blätter, die Blattstile und Triebspitzen in Mühlen gröber oder feiner zerkleinert oder auch zu Pulver gemahlen. In Argentinien, Chile und Paraguay wird eher gröberer Mate-Tee geschätzt, in Brasilien eher fein gemahlener. Ersterer ist milder, letzterer sehr stark. Es gibt auch Mate-Tee, der nur aus den Blättern gewonnen wird und Sorten, die mit Früchten oder Kräutern aromatisiert sind.

Zubereitung

Zubereitet wird das Aufguss-Getränk, indem der Mate-Tee mit heißem aber nicht kochendem Wasser übergossen wird. Die Wassertemperatur sollte idealerweise zwischen 75 und 80 Grad Celsius betragen. Danach lässt man ihn nach Geschmack drei bis 6 Minuten ziehen. Es gibt aber auch die Möglichkeit den Mate-Tee mit kaltem Wasser aufzugießen. Dann muss er allerdings wesentlich länger ziehen. Im Allgemeinen kann Mate mehrfach aufgegossen werden, bis er an Geschmack verliert. Ob mit Zucker, Honig oder Süßstoff gesüßt, mit Milch, mit Fruchtsäften oder pur genossen, ist Geschmackssache. Traditionell wird Mate-Tee in Südamerika in der Regel aus einem ausgehöhltem Kürbis, einer sogenannten Calabaza oder einem speziellen Mate-Becher mit einem Trinkhalm mit Sieb am Ende getrunken, aber er schmeckt auch aus einer normalen Teetasse.

Kalt zu bereitet, als Eistee, spricht man auch von Tereré.

Inhaltsstoffe

Mate-Tee enthält Chlorophyll und Gerbstoffe, außerdem sehr viel Koffein, die Vitamine C, A, B1 und B2, Theophilin, Theobromin, Vanillin und ätherische Öle, Aldehyde, Ketone, Alkohole, Lactone, Phenole, dazu in Spuren noch mehr als 200 gesundheitlich wirksame Substanzen.

Wirkung

Mate-Tee schmeckt nicht nur interessant, er regt auch, ähnlich wie Kaffee, den Kreislauf an, macht wach, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und die körperliche Energie. Darüber hinaus ist Mate-Tee leicht schweiß-und harntreibendtreibend, gesund und natürlich abführend. Er verstärkt die Magensaft-Produktion und den Speichelfluss und fördert so die Verdauung. Außerdem senkt Mate-Tee das Hungergefühl und ist dadurch ein guter Appetitzügler und natürlicher Schlankmacher. Äußerlich angewendet kann ein Aufguss von Mate-Tee bei Hautreizungen, Hautentzündungen und Ekzemen Linderung bringen. Bis heute hat die Forschung noch nicht alle Geheimnisse des Mate-Tees entschlüsselt und manche Wirkung ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Aber in der Praxis ist die positive Wirkung der Substanz längst belegt.

Mate Pur Tee von Bad Heulbrunner
Mate Pur Tee von Bad Heilbrunner den man im DM kaufen kann. Der Hersteller schreibt auf der Verpackung bzgl. des Koffeingehalt, dass zwei Tassen dieses Mate-Tees so viel Koffein enthalten, wie eine Tasse Kaffee.

Nebenwirkung

Wie jede Substanz, die eine Wirkung hat, kann Mate-Tee auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Das trifft besonders dann zu, wenn zu große Mengen von ihm konsumiert werden. In großen Mengen und zu häufig getrunken, wird dem Mate-Tee sogar nachgesagt, dass er krebserregend wirken könnte. Besonders Speiseröhrenkrebs und Blasenkrebs könnten durch ihn ausgelöst werden. Das trifft besonders auf den Mate-Tee zu, der über Feuer getrocknet und dem Rauch ausgesetzt wird. Eine weitere Gefahr bei zu viel Mate-Tee ist auch der relativ hohe Koffein-Gehalt. Er kann zu Schlafstörungen, zu hohem Blutdruck und zu Herzproblemen führen. Außerdem kann Mate-Tee, wie andere Teesorten auch, mit Schadstoffen belastet sein. Es ist deshalb wichtig, zu beachten, woher der verwendete Mate-Tee stammt und ob er kontrolliert und zertifiziert angebaut und geerntet wurde.


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